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Verspannungen

Massagetricks durch Fachperson
Wir hatten Stephan Kugler, einen medizinischen Masseur, eingeladen, weil wir wissen wollten, was man tun muss oder besser nicht tun sollte, wenn ein Patient auf den Sanitätsposten kommt und eine Massage verlangt.

Stephan Kugler gab uns zuerst einen Einblick ins „technische“, erzählte uns also was Muskeln sind, welche Arten es gibt, welche Aufgabe sie haben und wie sie zusammengesetzt sind.

Es gibt glatte Muskeln, zum Beispiel der Darm oder die Blutgefässe, die vom parasympathischen Nervensystem gesteuert werden und nicht beeinflusst werden können. (Ausser ich rege mich so auf, dass ich Durchfall bekomme!)

Die quergestreiften Muskeln (die Skelettmuskulatur) werden durch das sympathische Nervensystem gesteuert und sind beeinflussbar. Es gibt die weissen, für kurze Kraftanstrengungen und die roten Muskeln, die bei Ausdauer zum Einsatz kommen.
Der Herzmuskel ist eine Mischform, welcher nur vegetativ, also unwillkürlich beeinflussbar ist. (Ich rege mich so auf, dass… Achtung! Jetzt wird es gefährlich)

An diesem Abend interessierten uns vor allem die quergestreiften die Muskeln. Jeder der ca. 653, grösstenteils paarig angelegten Muskeln ist mit einer Muskelhaut, den Faszien umgeben und enthält 5 – 200 Muskelbündel, welche aus Filamenten bestehen, Fasern die sich gegenseitig ineinanderschieben, wenn sich der Muskel zusammenzieht. 
Muskeln haben verschieden Aufgaben:
Ein Agonist macht die Bewegung, der Antagonist ist sein Gegenspieler. Der Synergist hilft dabei.
Der Adduktor zieht an, der Abduktor streckt.
Flexoren > Beuger / Extensoren > Strecker / Rotatoren > Dreher

Jeder Körper hat einen Grundtonus, eine Grundspannung, sonst könnte man nicht einmal sitzen, alles würde zusammenfallen. Eine krankhafte Spannung wird bei kurzer Dauer als ein Spasmus (Krampf) bezeichnet und wenn es länger dauert nennt man es Verspannung. Für Spasmen und Verspannungen gibt es sehr viele Ursachen: Pathologische Veränderungen, Hypotonie, eine Elektrolyten-Verschiebung, Hypoglykämie, Medikamente, Schilddrüsen-Unterfunktionen etc.
Bei all diesen Fällen kann mit physikalischer Medizin mitgeholfen werden, das Leiden zu verbessern. Meist dauert eine solche Behandlung aber lange.

Dann kamen wir zu den wichtigen Punkten für die Samariter:

Bei Krämpfen dagegen drücken! Eine Gegenbewegung machen! Dehnen! Mindestens 3 Minuten aber auch bis 10 Minuten lang. Anschliessend den Muskel ausstreichen. Auf keinen Fall mehr in die Stellung zurückkehren, welche den Krampf ausgelöst hat.

Einen Kältespray nur bei einer Ruptur oder einem Bruch einsetzen! Dieses Medikament kann man höchstens zur Schmerzbekämpfung einsetzen bis eine medizinische Behandlung beginnt.

Mit einer Massage kann man nicht falsch machen! Der Patient meldet sich schon, wenn es ihm nicht gut tut.

 

18.04.18/Marianne Müller