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Impfen für Erwachsene

Arztvortrag von Dr. Roman Schöb
Heute, 2. Mai 2018, dürfen wir Dr. Roman Schöb zu seinem Vortrag „Impfen für Erwachsene“ begrüssen. Einleitend unterscheidet er drei Impfsituationen
• Impfen als Prävention in der Hausarztpraxis
• Impfen für Reisen
• Impfungen bei Kindern

Impfen verhindert Infektionskrankheiten durch bestimmte Erreger. Diese Erreger können Bakterien oder Viren sein.  Im Unterschied zu Bakterienbrauchen Viren unsere Körperzellen für die Vermehrung.

Mit Bakterien oder Viren können wir uns infizieren durch Husten, Niesen, Essen, Tiere, Kontakte… Die Erreger dringen in unseren Körper ein über die Augenbindehaut, Nase, Mund, Wunden, Blutbahn, Genitalschleimhaut oder Magendarmtrakt.

Aktive Immunisierung: Bei dieser Impfung werden abgeschwächte Erreger gespritzt. Das Immunsystem bildet spezifische Abwehrstoffe (Antikörper) und Gedächtniszellen als Antigene des Erregers, um einen wirksamen und längerfristigen Schutz zu erzielen. Die Gedächtniszellen halten sich als Teil der weissen Blutkörperchen im Blut auf. Diese können dann sofort reagieren, sobald ein echter Erreger dazukommt.

Passive Immunisierung: Verabreichung von Antikörperkonzentraten, die in der Regel von Menschen stammen, die durch die Krankheit schon immun sind. Die passive Impfung sorgt dafür, dass man schnell aber nur kurzfristig gegen eine Infektionskrankheit geschützt ist. Diese gespritzten Antikörper sind direkt gegen einen bestimmten Erreger gerichtet (z.B. Grippeviren).

Es gibt Totimpfstoffe und Lebendimpfstoffe. Als Totimpfstoffe bezeichnet man inaktive Erreger, z.B. Hepatitis B, Keuchhusten, Tetanus. Lebendimpfstoffe sind vermehrungsfähige, aber abgeschwächte Erreger, z.B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken

Der Aufbau des Impfschutzes besteht aus mehreren Teilimpfungen. Zuerst erfolgt eine Grund- und Erstimmunisierung, später erfolgen Auffrisch-Impfungen.

Ausrotten von Krankheiten
Beispiel Kinderlähmung: 1994 noch verbreitet, 2016 nur noch in wenigen Ländern
Hämophilus influenzea Typ B: 90 % Senkung der Erkrankungsrate
Masern: Sehr ansteckend. Es braucht eine Impf-Rate von 95 % für die Ausrottung der Krankheit. Masern kann eine gefährliche Hirnhautentzündung verursachen.

Schutz vor Krankheiten
Impfen bedeutet Individualschutz,  Herdenschutz oder Nestschutz: Wer mit Kindern, Kranken, älteren Personen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem zusammenlebt und geimpft ist, schützt auch sein Umfeld (Herde). Beim Nestschutz handelt es sich um einen begrenzten natürlichen Schutz eines Neugeborenen, wenn die Mutter Antikörper auf das Kind übertragen hat (passive Immunisierung). Nestschutz besteht aber nicht für alle Krankheiten und zeitlich nur begrenzt.

Impfreaktionen
Rötung, Schwellung, Überwärmung und Schmerzen der Einstichstelle, evtl. Fieber oder grippeähnliche Symptome. 90 – 95 % der Impfungen werden gut vertragen und Komplikationen sind selten, z.B. Fieberkrampf.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Zusatzstoffen wird vor der Zulassung geprüft und dann weiter überwacht.

Vorteile einer Impfung im Vergleich zur Erkrankung

 

Erkrankung

Impfung

Training Immunsystem

Ja

Ja

Wahl günstiger Zeitpunkt

Schwierig bis unmöglich

Ja

Gesundheitliche Komplikationen

Möglich

Extrem selten

Dokumentation Impfung
Auf www.meineimpfungen.ch kann jeder seinen eigenen elektronischen Impfausweis erfassen.
 

Basis-Impfungen bei Erwachsenen

Starrkrampf (Tetanus), Diphterie, Pertussis (Keuchhusten)

 

Alle 10 Jahre

 

Kinderlähmung

Grundimpfung und eine Auffrisch-Impfung

 

Masern/Mumps/Röteln

Alle nach 1970 geborenen

2 kombinierte Impfungen

Röteln

Bei Frauen mit Kinderwunsch

2. separate Röteln-Impfung

 

Ergänzung für Senioren/Risikogruppen

Pneumokokken (Bakterium gegen Lungenentzündung)

ab 60. Altersjahr

Wenn nötig, nach 6 Jahren

Grippe

ab 60. Altersjahr

Mit aktuellem Impfstoff

Herpes zoster (Gürtelrose)

ab 50. Altersjahr

Einmalige Impfung

 

Bei Herpes zoster handelt es sich um eine Reaktivierung des Windpockenvirus. Dieses Virus ruft die Krankheit hervor, wenn die Aktivität des Immunsystems abnimmt, z.B. im Alter, bei Stress, wegen Medikamenten oder anderen Erkrankungen. An Gürtelrose kann man immer wieder erkranken, obwohl man die Krankheit durchgemacht hat; ist sehr schmerzhaft.

Herzlichen Dank an Dr. Schöb für den lehrreichen Vortrag.

 

02.05/ Christina Ihasz

 

 

 

 

 

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